Wolf im Schafspelz

Top-Unternehmensverkäufer in der Tech-Branche

Autor: Sabine Hölper
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Andreas Thümmler ist Gründer der Frankfurter Corporate Finance Partners (CFP), einer europaweit führenden Beratungsgesellschaft für Unternehmensverkäufe in der Tech-Branche. Thümmler ist mega erfolgreich und pflegt seinen Ruf, Deutschlands außergewöhnlichster Investmentbanker zu sein.

Rein optisch ist Andreas Thümmler der Typ Schmusebär: groß, breites Kreuz und Körperfülle. Wäre Thümmler Kindergärtner, die Kleinen würden es sicher lieben, ihre Köpfe auf seinen Bauch zu betten und sanft darauf zu ruhen. Aber Thümmler ist kein Erzieher, sondern Investmentbanker. Und Ruhe ist so ziemlich das Letzte, was einem einfällt, wenn man Andreas Thümmler beschreiben will. Sein Leben besteht aus Arbeit, Arbeit, Arbeit. Und aus Party, Party, Party. In beiden Disziplinen ist er ein Meister, beides betreibt er bis zum Exzess. Und eines gehört zum anderen.

Schließlich verdient Thümmler sein Geld in der Internetbranche. Und da muss man eben anders zu Werke gehen, als wenn man Kinder bei Laune halten will. "Glauben Sie etwa, die Internetleute gehen täglich in die Kirche zum Beten und setzen sich abends um acht auf die Couch und gucken die Tagesschau?" Natürlich nicht, sagt Thümmler. Im Tech-Sektor sei "Action" angesagt, "High Octane. Da muss man mitmachen, sonst ist man draußen." Und für jeden Besucher hat er sein Motto gut sichtbar über der Eingangstür seines Büros angebracht: "Cash flow is more important than your mother." (Zitat von Kenneth Morse, MIT Entrepreneurship Center) ist dort in Großbuchstaben zu lesen.

Im Tech-Sektor ist Action angesagt,
High Octane. Da muss man
mitmachen, sonst ist man draußen



10-Milliarden-Euro-Deals

Andreas Thümmler ist mittendrin. Er ist da, wo das große Geld verdient wird. In der Frankfurter City. Thümmler ist Chef von Corporate Finance Partners (CFP), einer M&A-Boutique. 1998 gründete er das Unternehmen, mittlerweile arbeiten 60 Leute für ihn, in neun Büros auf drei Kontinenten, unter anderem in San Francisco, Hongkong oder in Berlin.In der Branche ist Thümmler bekannt wie ein bunter Hund. Bei Unternehmensverkäufen in der Tech-Branche ist seine Gesellschaft europaweit führend.

CFP hat in den knapp 14 Jahren seines Bestehens zwischen 300 und 400 Deals mit einem Gesamtvolumen von zehn Milliarden Euro eingefädelt. Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Verkäufen zählen Jamba, Xing, DailDeal oder Brands4friends. Den Klingeltonanbieter Jamba verkaufte Thümmler 2004 für 273 Millionen Dollar. Die Gutscheinplattform DailyDeal ging im letzten Jahr für 114 Millionen Dollar an Google. Sein Lieblingsdeal aber war der Verkauf von Zanox an Axel Springer und die Schweizer PubliGroupe im Jahr 2007. "Das war ein 300-Millionen-Exit", freut sich der CFP-Chef.