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Startschuss mit Krisenknall

Nach 1978 sorgte Gerd Bulthaup, Sohn des Gründers, zusammen mit Gestalter-Legende Otl Aicher für Aufsehen erregendes Küchen-Design. Hier der „butcher block“, ein in der Raummitte platzierter Arbeitstisch

Erfolg hat man, wenn die Zahlen stimmen – doch ausgerechnet im Jahr von Eckerts Amtsantritt stimmten sie nicht. Das lag nicht in erster Linie an der Konkurrenz, die vor allem aus Deutschland und Italien kommt. 2009 war das Jahr der Weltwirtschaftskrise. Und diese ist, wie für die meisten Premiumanbieter, auch für Bulthaup nicht ohne negative Auswirkungen geblieben. „In Europa, USA und Asien haben wir Rückgänge verzeichnet“, sagt Eckert. In den USA und Asien ziehe die Nachfrage wieder an, in Europa dagegen dauere es noch eine Weile, bis das Vor-Krisen-Niveau wieder erreicht werde.

Bulthaup hat auf den Umsatzeinbruch mit Stellenabbau reagiert. Mehr als 100 der einst 550 Mitarbeiter in Aich wurden entlassen. Gern hat Eckert die Leute nicht nach Hause geschickt. Doch die geringere Mitarbeiterzahl habe auch ihr Gutes, sagt der Unternehmer: „Wir sind nun schlanker aufgestellt und können schneller auf die Markterfordernisse reagieren.“

Küche stets neu interpretieren

Die Markterfordernisse, oder besser: das, was die Kunden wollen, stand bei Bulthaup allerdings schon immer an vorderster Stelle. Nicht ohne Grund arbeitet das Unternehmen mit Physiotherapeuten und Wissenschaftlern zusammen, schreibt ergonomische Gestaltung groß und legt wert auf optimale Beleuchtung und Luftfilterung. Allerdings: „Der Kunde heute ist ganz anders als der Kunde vor zehn Jahren“, weiß Eckert. Deshalb sei es eine der größten Herausforderungen, „sich immer wieder neu zu erfinden“. Nicht die Küche könne man neu erfinden, „aber die Interpretation von Küche“.

Und wer wissen will, wie Küche heute interpretiert wird, der muss sich nur einmal moderne Wohnungsgrundrisse anschauen. Da ist die Küche nicht mehr abgetrennt vom Rest der Wohnung, sondern öffnet sich hin zum Wohnzimmer, oder mehr noch: Die beiden Räume werden eins. Eckert begrüßt diese Entwicklung. So müsse sich die Hausfrau, nachdem die Gäste satt sind, nicht ins Kämmerlein verziehen, um den Abwasch zu erledigen. Sie bleibt einfach da, wo es gesellig ist. Und wenn die Gäste nett sind, tragen die ihr Geschirr gleich selbst zur Spülmaschine. Wie sagte Eckert so schön: „Die Küche als Herzstück des Hauses.“


Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 04/2010

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