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Otto hat viel zurückgegeben

Der erste Otto-Katalog erschien 1950 in 300 handgebundenen Exemplaren mit eingeklebten Fotos. Auf 14 Seiten wurden 28 Paar Schuhe präsentiert

Die Lust, etwas Neues zu wagen, es fließen zu lassen (sein Motto: panta rhei – alles fließt), trieb Otto an. Sowohl als Unternehmer als auch privat: Otto heiratete dreimal und bekam fünf Kinder, zog im Alter von 89 Jahren von Garmisch-Parten-kirchen nach Berlin, denn „da ist Power drin“. Sowohl während seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender des Hamburger Unternehmens als auch danach. So baute Otto einige Jahre nach seinem Ausscheiden als Mann an der Spitze im Jahr 1966 erst die ECE Projektmanagement auf, welche heute die bedeutendste Entwicklungsgesellschaft für Einkaufscenter in Europa ist, später in New York die Immobilienfirma Paramount.

Natürlich ist Otto durch sein Wirken vermögend geworden. Auf 13 Milliarden US-Dollar wird das Vermögen der Familie geschätzt, in der Liste der reichsten Deutschen rangiert sie auf Platz drei. Doch Otto hat viel zurückgegeben. Bereits 1969 rief der heute 98-Jährige die „Werner Otto Stiftung“ ins Leben, zu deren Projekten das wissenschaftliche Behandlungszentrum für Krebskrankheiten im Kindesalter an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf gehört. Fünf Jahre später gründete er das „Werner Otto Institut“, eine Einrichtung, die sich der Früherkennung und Behandlung entwicklungsgestörter oder behinderter Kinder und Jugendlicher widmet. Seit 1996 wird außerdem das „Werner Otto Stipendium zur Förderung des medizinisch-wissenschaftlichen Nachwuchses an der Universität Hamburg“ vergeben. Als Freund der Kultur und der Künste unterstützte Otto außerdem mehrere Projekte, darunter den Wiederaufbau des Kirchturms in seiner Heimatstadt Seelow, die Renovierung des Belvedere in Potsdam oder den Bau einer zusätzlichen Bühne im Konzerthaus Berlin.

Bei allem, was Otto geleistet hat – er wollte nie im Rampenlicht stehen. Und er hätte seine Kinder nie gezwungen, in seine Fußstapfen zu treten. Sohn Michael tat es trotzdem. Und es war eine gute Entscheidung. Unter Michael Ottos Führung expandierte das Unternehmen zum Weltkonzern. Otto ging Beteiligungen an anderen Unternehmen ein oder erwarb sie gleich ganz, er eroberte ausländische Märkte, unter anderem Polen, Russland, Ungarn oder Japan, baute den Online-Handel auf und stetig aus. Daneben verankerte Otto junior den Umweltschutz als erklärtes Unternehmensziel. Nebenher engagierte und engagiert sich Michael Otto im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich. Er gründete die „Michael Otto Stiftung“, die sich zum Ziel gesetzt hat, Flüsse und Seen zu schützen, sammelte Spenden zu Gunsten des World Wide Fund For Nature (WWF), und zeigte sich selbst als großzügiger Spender. Mit drei Millionen Euro unterstützte er die Hamburger Musikschule, mit 1,5 Millionen das Vogelschutz-Institut im Naturschutzbund.

Positives Denken als Unternehmens-Leitbild

„Otto...find ich gut.“ Das kommt einem angesichts der weit reichenden Aktivitäten und Leistungen der Otto-Familie leicht über die Lippen. Aber auch Kunden des Unternehmens, für die Otto nichts weiter ist als ein Versandhandelsunternehmen, das die neueste Bademode ebenso bequem nach Hause liefert wie eine kuschelige Sofagarnitur, trällern den Slogan aus dem Effeff heraus. Die berühmten vier Worte, die seit nunmehr 21 Jahren zu Otto gehören wie die Elbe zu Hamburg – sie sagen mehr aus über die Philosophie der Unternehmerfamilie als ganze Bücher, die über die Ottos geschrieben wurden: Wer an sich glaubt, kann es weit bringen. Oder anders ausgedrückt: Sag, dass Du gut bist, und Du bist gut.


Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 04/2007

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