Luxus-Deko aus Mexiko

Geschäftsidee: Mexikanisches Kunsthandwerk


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Nach drei Jahren in Mexiko hat Katica Feuereis ihre Liebe zu dem mittelamerikanischen Land zur Geschäfts­idee gemacht. Die Gründerin erzählt, wie sie jetzt in Königslutter ihren Laden für stilvolle Steinleuchten und Kunsthandwerk eröffnet hat.

TQMéxico steht für „Te Quiero México“, was übersetzt „Ich liebe dich, Mexiko“ bedeutet. Diese Leidenschaft war der Grund, im niedersächsischen Königslutter das „TQMéxico“ zu eröffnen, in dem mexikanisches Kunsthandwerk angeboten wird. „Die Liebe zu Mexiko ist durch einen knapp dreijährigen Auslandsaufenthalt in Puebla entstanden“, berichtet Katica Feuereis (Foto), „wo mein Mann Ulrich für VW gearbeitet hat“. „Mit dem Gedanken, nach der Rückkehr ein Geschäft mit importierten Waren zu eröffnen, hatten wir schon lange gespielt.“

Die große Chance

"Letztlich haben wir dann aber doch immer wieder vor der Herausforderung Halt gemacht. Zu kompliziert erschienen Dinge wie die Abwicklung des Transportes in Mexiko und der Zollangelegenheiten sowie die große Unsicherheit, nahezu unbekannte Produkte anzubieten, ohne zu wissen, ob hier ein Marktbedarf existiert. Im Juni 2011 ging es dann aber doch ganz schnell. Freunde boten uns zu günstigen Konditionen in malerischer Lage ein Ladenlokal an: auf einem ehemaligen Rittergut und in unmittelbarer Nähe zu unserem Wohnort. Diese Chance mussten wir nutzen, zumal das Ambiente hervorragend zu unseren stilvollen Lampen und Dekorationsartikeln aus Onyx und Marmor passte."

Lieferanten, Logo, Ladenlokal

"Daraufhin telefonierten wir das ein oder andere Mal nach Mexiko, erstellten einen noch sehr groben Businessplan und fassten dann Ende August 2011 eine Entscheidung: Wir wollten einen Laden eröffnen, und gaben uns selbst das Ziel, dies innerhalb von drei Monaten zu schaffen, um noch ein Stück vom Weihnachtsgeschäft abzubekommen. Die Gewerbeanmeldung erledigten wir dann zum 1. September 2011. Am Anfang lief alles wie am Schnürchen. Durch unseren sehr guten Kontakt nach und in Puebla dauerte es nicht lange, bis wir dort einen guten und verlässlichen Partner fanden.

Nur vier Wochen nach den ersten formlosen Gesprächen schlossen wir einen Rahmenvertrag ab, in dem wir die Nutzung des Logos unseres Partners sowie die Lieferkonditionen vereinbarten. Parallel dazu begannen wir mit der Renovierung und Einrichtung des Geschäftes. Mit dem Businessplan ging es dann auch zur Sparkasse. Wir benötigten Startkapital von rund 30.000 Euro und entschlossen uns, vielleicht etwas ungewöhnlich, nicht für eine längerfristige Finanzierung, sondern für einen Kontokorrentkredit.

Auch die Suche nach einem verlässlichen Logistik-Unternehmen lief gut. Da wir keine Erfahrung auf diesem Gebiet hatten, suchten wir im Internet über diverse Speditions-Portale. Allerdings wollten nur sehr wenige Speditionen das von uns gewünschte 'All-inclusive-Paket' erfüllen - also die Verantwortung sowohl für den Transport innerhalb Mexikos als auch für den Überseeweg, die Verzollung und den Transport vom Hafen bis zu unserem Geschäft zu übernehmen. Wir entschlossen uns dann zur Zusammenarbeit mit der Hanse-Weser-Logistik. Die Firma übernahm für uns den gesamten Transportweg und vor allem auch alle Formalitäten beim Zoll - somit hatten wir eine große Sorge weniger. Bis dahin verlief alles bestens.

Leider unterschätzten wir zu Anfang aber die gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf das 'Inverkehrbringen' von elektrischen Leuchten: Herzstück unserer Produkte aus dem 'Onyx-Marmor'-Stein sollten schließlich Tisch- und Bodenleuchten sein. Natürlich hatten wir vor, die günstigen Lohnkosten in Mexiko zu nutzen und die Elektrifizierung gleich vor Ort mit erledigen zu lassen. Nachdem wir uns aber intensiver mit diesem Thema befassten, wurde uns klar, dass die Erfüllung von Niederspannungsrichtlinie, Produktsicherheitsgesetz etc. nicht ohne weiteres aus Mexiko erfüllt werden konnten. Zudem wäre der Import von bereits funktionsfähigen Leuchten auch in Sachen Zoll erheblich schwieriger geworden. Was also tun?"

Import und Elektrifizierung

"Somit entschieden wir, nur die Leuchtenkörper zu importieren und die Elektrifizierung hier in Deutschland mit einem geprüften Elektriker durchzuführen. Es war erstaunlich schwer, einen entsprechenden Partner zu finden. Zum Glück gelang es uns dann, die 'Elmbau' für uns zu gewinnen - somit war wieder eine Hürde genommen. Das Problem: Wir hatten bereits den 15. Oktober 2011, somit also nur noch zirka sieben Wochen Zeit zur geplanten Eröffnung.

Der schwierigste Teil sollte aber noch kommen: Wir wollten unbedingt die ordnungsgemäße Herstellung/Elektrifizierung durch den TÜV zertifizieren und bestätigen lassen. Zudem mussten wir noch die Lieferung aus Mexiko endgültig beauftragen: höchste Zeit, da der Transportweg in Summe knapp sechs Wochen in Anspruch nimmt! Zeitgleich gingen unsere ersten Probe-Exemplare per Post zum TÜV. Nach zwei Tagen folgte ein großer Rückschlag - unsere gelieferten Leuchten waren dort kaputt eingetroffen, da wir die Leuchten nicht gut genug verpackt hatten. Also hieß es: Auf ein Neues."

Im TQ México von Katica Feuereis aus Königslutter wird edles Kunsthandwerk aus mexikanischen Manufakturen angeboten

Verschieben oder Risiko?"

Auf die gute Nachricht, dass die Lampen heile beim TÜV angekommen waren, folgte nach gut einer Woche die schlechte Botschaft. Die von uns elektrifizierten Leuchten erfüllten nicht die vorgeschriebenen Anforderungen. Nun wurde es so langsam ziemlich eng; zudem hatten wir auch nicht mehr viele Probe-Exemplare, und die Lieferung befand sich noch auf dem Seeweg. Wir standen also vor der Entscheidung: Eröffnung verschieben oder auf Risiko gehen und hoffen, dass die erneute TÜV-Prüfung zum Erfolg führen würde.

Die Entscheidung hierzu mussten wir bereits treffen, da ja schließlich auch die Eröffnungswerbung gestaltet werden musste: Flyer mit dem Eröffnungstermin waren zu drucken, Werbeanzeigen sollten geschaltet werden etc. Wir entschieden uns dann für das Risiko ... und hatten Glück: Gut eine Woche vor unserer Eröffnung am 3. Dezember 2011 bekamen wir für unsere Leuchten 'grünes Licht' vom TÜV. Auch die Ware aus Mexiko war inzwischen wie vereinbart angeliefert worden, und so konnten wir unseren Laden dekorieren und die Ware einräumen."

Eröffnung und Zukunftsmusik"

Die Eröffnung war dann ein voller Erfolg: Neben Freunden und Verwandten kamen auch viele Neugierige, die auf das exotische Warenangebot gespannt waren. Neben den Leuchten bieten wir eine Vielzahl von Dekorationsartikeln wie Kerzenhalter, Schalen oder Spiegel an - alles Einzelstücke in sorgfältiger Handarbeit angefertigt. Inzwischen sind gut neun Monate vergangen. Inzwischen haben auch einige Hotels und Restaurants Interesse an unseren Produkten gezeigt.

Nach wie vor gibt es viel zu tun: Unser Online-Shop www.tqmexico.de ist noch nicht genau so, wie wir ihn uns vorstellen. Das braucht seine Zeit. Aktuell sind wir damit beschäftigt, die dritte große Lieferung aus Mexiko zu beauftragen und eine Aktion zum einjährigen Bestehen zu planen. Da unser aktuelles Geschäft sich in einer zwar sehr schönen, aber doch sehr abgelegenen, ruhigen Lage befindet, sind wir auf der Suche nach einem zweiten Standort in einer größeren Stadt mit mehr Laufkundschaft. Zudem können wir uns vorstellen, mal ein Franchise-Konzept aufzubauen - aber wir wollen nichts überstürzen: 'Poco a poco' - eins nach dem anderen - wie man in Mexiko sagt."

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 03/2012

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