Lean Startups made in Germany

Gründen mit der Lean-Startup-Methode


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Wir stellen Ihnen sechs junge Unternehmen vor, die zeigen, dass man mit der aus dem Silicon Valley stammenden Lean-Startup-Methode hierzulande schnell, schlank und risikoarm gründen kann.

In der StartingUp 02/12 drehte sich unser Titelthema rund um Lean Startup. Der Lean-Ansatz zeichnet sich durch die ständige Wiederholung des Dreischritts Bauen-Messen-Lernen aus. Zunächst bauen Sie ein Minimum Viable Product (mVP), also einen ersten, stark abgespeckten Prototypen des eigentlichen Produktes. Daran können Sie dann verschiedene Parameter messen und lernen, was funktioniert und was nicht. Sie können das Produkt verbessern und den Anforderungen des Marktes anpassen. Die Kundenentwicklung erfolgt parallel zur Produktentwicklung, sodass eine optimale Kombination aus Kunde-Problem-Lösung entsteht. Als mögliche Minimum Viable Product beschreiben wir unter anderem Promotionfilme, Landing Pages und Vorbestellungen.

STRANDSCHICHT

Projekt: Strandschicht.de war 2009 der erste Anbieter von Virtuellen Persönlichen Assistenten (VPA) in deutscher Sprache und ist bis heute Marktführer in Deutschland. Die VPAs sitzen in mehreren europäischen Ländern und übernehmen für Kunden in Deutschland einfachere Aufgaben wie die Kontrolle von Datensätzen oder größere Rechercheaufgaben. Mit Hilfe von VPAs können die meisten Routineaufgaben günstiger und flexibler erledigt werden.

Lean: Der Gründer Bastian Kröhnert (Foto) hat mit einem Startkapital von weniger als 500 Euro die erste Website gebaut und die ersten Kundenaufträge angenommen. Das Unternehmen ist aus sich selbst heraus gewachsen, und es wurde kein Geld investiert, das das Unternehmen nicht selbst erwirtschaftet hat. Das Marketing wurde ebenfalls komplett lean aufgezogen. Bis heute ist nicht ein Euro für Marketing ausgegeben worden.

FRISCHE DIÄT

Projekt: Frischediät.de ist ein wöchentlicher Lieferservice von Kochrezepten und Diätplan inklusive frischer Lebensmittel in genau der richtigen Menge. Der Kunde spart im Vergleich zu anderen Diäten Zeit, muss keine Diätbücher mehr wälzen, entgeht den süßen Versuchungen beim Einkauf, spart Geld im Vergleich zu bekannten Diätprodukten und muss keine Lebensmittel mehr wegwerfen aufgrund zu großer Verpackungseinheiten.

Lean: Der erste Prototyp für Frische Diät wurde an einem Tag zusammengeklickt, anschließend wurde Feedback in Foren eingeholt und dann mit No-Budget-Marketing erste Kunden gewonnen: Nach einem weiteren Tag gab es den ersten zahlenden Kunden, in der ersten Woche bereits zehn. Anfangs gingen die Gründer Felix Obschonka (Foto) und Augustin Friedel noch selber auf den Markt und haben die Lebensmittel frisch eingekauft, in Kühlboxen verpackt und dann an die Kunden geschickt. Nach zwei Wochen hatten sie die ersten langfristigen Abokunden und einen Gewinn von knapp 500 Euro. Die Investitionen - außer Zeit - betrugen knapp 20 Euro für die Web-Domain. Alle anderen Kosten wurden durch Einnahmen abgedeckt.

WORKHUB

Projekt: WorkHub möchte digitale Arbeit so einfach und zugänglich wie möglich machen. Auf workhub.com können Großprojekte wie die Beschreibung zahlreicher Bilder oder die Recherche tausender Webadressen an viele Menschen verteilt werden, welche diese Aufgaben parallel bearbeiten - auf Smartphones, Tablets oder PCs. WorkHub betreut das Projekt vollständig, von der Qualitätssicherung bis hin zur Bezahlung der Teilnehmer. So kann sich der Kunde bequem zurücklehnen, während tausende Menschen für ihn arbeiten.

Lean: Die Philosophie der Gründer David Link und Anton Skornyakov ist durch und durch "Lean". Alle Prozesse sind darauf ausgerichtet, dass mit minimalem Aufwand aus dem Verhalten echter Nutzer gelernt werden kann. Die Produktentwicklung setzt nicht auf langatmige Spezifikationen und endlose Meetings vor dem Whiteboard, sondern auf rasche Iterationen und agile Methoden. Neue Features werden als Prototypen mit kleinen Nutzergruppen getestet, bevor die eigentliche Entwicklung beginnt. WorkHub kann auf diese Weise viele Fehler machen, die damit häufig verbundenen hohen Kosten aber vermeiden.

HANDTUCHSCHÜRZE

Projekt: Die Handtuchschürze wurde von Sylvia Ferron entwickelt. Nachdem sie bereits einige Zeit Körnerkissen genäht und verkauft hatte, kam ihr die Idee, ein eigenes Produkt zu entwickeln und über eine eigene Website zu vermarkten. Mittlerweile ist die Handtuchschürze beliebt bei Hausfrauen und als Geschenkidee.

Lean: Die Handtuchschürze wurde anfangs von der Entwicklerin im eigenen Wohnzimmer genäht. Die erste Website wurde für knapp über 100 Euro entwickelt - und das war auch schon alles, was für den Start nötig war. Es war quasi kein Risiko vorhanden, weil am Anfang nur minimale Investitionen nötig waren und sowohl die Schürze als auch die Website einfach an die Wünsche der Kunden angepasst werden konnten.

SYNAPSIC

Projekt: Synapsic stellt ein innovatives Nahrungsergänzungsmittel her, welches die kognitive Leistung steigert und das Gehirn mit essentiellen Nährstoffen versorgt, von denen der Körper meist nicht genug durch konventionelle Nahrung erhält. Synapsic zeigt außerdem durch Training und Vorträge, wie man auf natürliche Art und Weise sein Gehirn optimieren kann, um mehr zu leisten und stressfreier im Alltag und Job zu sein.

Lean: Synapsic ist aus dem Wunsch der beiden Unternehmensgründer Marcel-Philippe Rütschlin (Foto) und Alexander Ververis heraus entstanden, ihre Passion für Ernährung und Leistungssteigerung mit der Finanzierung ihres Studiums zu kombinieren. Noch während des Studiums gründeten die beiden Unternehmer die Firma mit dem Geld, das Sie sich bei Verwandten geliehen hatten. Es wurde bewusst auf ein großes Marketingbudget verzichtet, um mit einer kleinen Anfangscharge des Produktes die Nachfrage der Kunden zu testen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 03/2012

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