Gedruckte Online-Postkarten

Auszug aus der StartingUp 04/13


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Ende 2013 steht Anne Buch kurz vor dem Start ihres Postkarten-Online-Services EchtPost. Unterstützt wird sie durch ihren Mann, der mit seiner Festanstellung für finanzielle Sicherheit sorgt.

Als Anne Buch schwanger wurde, war sie als PR-Referentin bei einem großen Unternehmen angestellt. Sie brachte ihren Sohn zur Welt, ging in Elternzeit – und hatte plötzlich so viel Zeit wie nie zuvor. Zeit, welche die studierte Publizistin und Filmwissenschaftlerin zum Nachdenken nutzte, auch um sich Fragen zu stellen wie: „Bin ich mit meinem Beruf zufrieden?“ „Was mache ich gern?“ Die Antwort viel eindeutig aus: Anne Buch wollte etwas gestalten, etwas Künstlerisches machen. Und zwar nicht nur, wie sie anfangs in Betracht zog, nach Feierabend. Trotzdem war es vom ersten Gedanken bis zur Gründung von EchtPost ein langer Weg.

Anne Buch wollte sich nicht kopflos ins Unternehmertum stürzen. Deshalb recherchierte sie, wie sie ihren Plan, außergewöhnliche Postkarten zu gestalten und zu vertreiben, umsetzen könnte. Die Karten über den Handel in Umlauf bringen – funktionierte nicht. Anne Buch überlegte weiter. Bis ihr plötzlich ein Licht aufging: Sie müsste ein Online-Portal starten, auf dem man Postkarten bequem und schnell wie E-Mails verschicken kann. Beim Empfänger aber landet der Gruß im richtigen Briefkasten – gedruckt auf echtem Karton. Buch traute ihrer eigenen Courage noch immer nicht so ganz. Deshalb „dachte ich, ich schreibe mal einen Businessplan“, sagt die Kölnerin. Dann werde sie schon sehen, ob ihre Idee Hand und Fuß habe. Sie stieß auf den NUK-Bussinesplan-Wettbewerb, beteiligte sich, und errechnete, dass sie 50.000 Euro Investitionskapital bräuchte. Das ist viel Geld, die Summe bereitet Anne Buch noch immer leichtes Unbehagen. Aber ihr wurde während des Prozesses auch klar, dass sie ihr Unternehmen unbedingt gründen wollte. Und dass das Vorhaben aussichtsreich erscheint.

Der Sohn von Anne Buch wird in wenigen Monaten zwei Jahre alt. Ihr Unternehmen EchtPost steht kurz vor der Gründung. „Ich habe ein bisschen Angst davor, irgendwann überfordert zu sein von der Doppelbelastung“, gibt die Mutter zu. Aber ihre Freude überwiegt. Und sie bekommt ja auch Unterstützung. Zuvorderst von ihrem Mann, der fest angestellt ist und damit für finanzielle Sicherheit sorgt. Der ihr aber, und das ist Buch mindestens genauso wichtig, emotional den Rücken stärkt. „Mein Mann ist Feuer und Flamme für die Idee“, freut sich Anne Buch. „Ohne seine Unterstützung könnte ich mein Vorhaben nicht umsetzen.“ Weiterhin entlastend ist die Tatsache, dass ihr Sohn seit geraumer Zeit vormittags in einer Kindertagesstätte betreut wird. Sie ist außerdem überzeugt, dass es mit Kind einfacher ist, selbständig zu sein als angestellt. „Als Unternehmerin bin ich flexibler“, sagt sie. Und dann fallen ja auch die Fahrtwege zur Arbeitsstelle weg, wenn man von zu Hause aus arbeitet.

Fragt man die Kölnerin, ob es der ideale Zeitpunkt ist, eine Firma zu gründen, wenn das Kind noch so klein ist, fragt sie zurück, ob es den idealen Zeitpunkt je gebe? Und erzählt, dass ihr Kind den Weg in die Selbständigkeit überhaupt erst geebnet hat: „Ohne das Baby und die damit verbundene Babypause wäre ich doch im Traum nicht auf die Idee gekommen, eine Firma zu gründen.“

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