Erfolg als Social Entrepreneur

Social Business - HelpGroup GmbH

Autor: Benjamin Pauwels
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Um soziales Engagement von Unternehmen und Verbrauchern zu steigern, setzt die HelpGroup GmbH auf innovative Produkte. Das Konzept: Wirtschaften nach dem Prinzip des Social Business – dem sozialen Unternehmertum. Wie das funktioniert, lesen Sie hier.

HelpGroup-Gründer Harald Meurer: „Es hat keinen Sinn, nur die soziale Wertschöpfung vor Augen zu haben. Das Unternehmen muss sich auch selbst finanziell tragen“

Soziale Marktwirtschaft à la Ludwig Erhard kennen wir. Warum nun soziales Wirtschaften? Ist Social Business mithin alter Wein in neuen Schläuchen? Nein, denn hinter Social Business steckt eine weltweit aufstrebende Form des Wirtschaftens, die einen sozialen Mehrwert zum Ziel der Unternehmung hat.

Der bekannteste Social Entrepreneur ist der Wirtschaftswissenschaftler und Grameen-Bank-Gründer Muhammad Yunus. Über die Vergabe von Mikrokrediten investierte er in die unternehmerischen Fähigkeiten der Ärmsten dieser Welt – mit enormem Erfolg: Von seiner wohltätigen Idee profitieren bis heute über eine halbe Milliarde Menschen. 2006 wurden Yunus und seine Bank mit dem Friedensnobelpreis bedacht.

Social Business in Deutschland

Auch in Deutschland wird das Interesse am sozialen Wirtschaften und der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmern größer. Schlagworte wie Corporate Social Responsibility (CSR), Corporate Citizenship (CC) und Social Business stehen vermehrt auf der Agenda bei Wirtschaftsverbänden, Unternehmern und vor allem auch bei Verbrauchern. Unternehmen, die nach dem Konzept des Social Business geführt werden, verschreiben sich hierbei dem besonderen Grundprinzip, dass die Gewinne des Unternehmens zum weiteren Ausbau der sozialen Zielsetzung im Unternehmen verbleiben.

Ashoka ist das weltweit größte Fördernetzwerk für Social Business Manager. Als sozialer Investor fördert die Organisation seit 1980 Social Entrepreneurs. Seit sechs Jahren gibt es einen deutschen Ableger, die Ashoka Deutschland gGmbH. Mit dem Ziel der beruflichen Wiedereingliederung engagiert sich seit 1998 das Berliner Unternehmen Pegasus GmbH für sozial benachteiligte Menschen. Als Kapitalgeber für innovative soziale und ökologische Projekte agiert seit 2006 die BonVenture Gruppe. Eine Anregung für ein regionales Social Business Projekt liefert die Regionalwert AG aus Freiburg in Form einer Bürgeraktiengesellschaft.

Als eines der ersten Social Business Unternehmen in Deutschland entwickelt die im März 2009 entstandene HelpGroup GmbH neben Geschäftsmodellen für sozial engagierte Unternehmer auch innovative Fundraising-Produkte für Organisationen des Dritten Sektors (auch Nonprofit Sektor genannt, wobei nonprofit nicht mit fehlender Profitorientierung gleichzusetzen ist!).

Nichts für Sozialromantiker

Beispiele sozialen Unternehmertums gibt es immer mehr und sie werden innovativer und professioneller. Gleichwohl ist Sozialromantik fehl am Platz, denn auch Social Business Gründungen folgen den klassischen Marktgesetzen. Der HelpGroup-Gründer und erfahrene Manager Harald Meurer warnt deshalb: „Es hat keinen Sinn, nur die soziale Wertschöpfung vor Augen zu haben. Das Unternehmen muss sich auch selbst finanziell tragen. Modelle, die nur durch Zuwendungen und Spenden umgesetzt werden, sind keine Social-Business-Modelle im eigentlichen Sinn.“

Seit März 2009 am Start

Mit der HelpGroup GmbH entstand im März 2009 ein Social Business Unternehmen, das laut Geschäftsführer Meurer durch Muhammad Yunus inspiriert wurde. „Yunus definiert die Idee des Social Business über zwei Parameter: Das Unternehmen wird ausschließlich dafür gegründet, um soziale Probleme zu lösen. Um diese Aufgabe langfristig abzusichern und das Unternehmen weiterhin auszubauen, wird der Gewinn reinvestiert. Beide Parameter haben wir in der Gründungssatzung der HelpGroup festgeschrieben“, so Meurer.

Das Hauptziel sei es, so der Social Entrepreneur, mit speziell entwickelten Produkten und Geschäftsmodellen mehr Spender und Spenden zur Unterstützung nationaler und internationaler Hilfsprojekte zu gewinnen. Das seit Jahren stagnierende Spendenvolumen mit unternehmerischen Mitteln zu steigern, hat auch Investoren wie die Blau.de-Gründer und strategische Partner wie Maxchoice, Swisspost oder Easycash überzeugt. Unterstützung für seine Ideen erhält Meurer durch einen prominenten Beirat um Dr. Brigitte Mohn von Bertelsmann und Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen, DZI.

Harald Meurer ist seit 25 Jahren als Manager in verschiedenen Positionen aktiv und seit 2000 ehrenamtlich mit dem Verein Aktion HelpDirect e.V. tätig. Der Verein betreibt die bundesweit führende Online-Spendenplattform HelpDirect.org. In der Gründung der HelpGroup sah Meurer eine ideale Verbindung zum Verein: Die mit Kaufkraft verbundenen Produkte seines Social Business fließen durch
den Gebrauch in Form von Spenden wieder an den Verein zurück. Für die Abwicklung sorgt hierbei die Vereinseigene Online-Spendenplattform. „Spenden generieren, die es sonst nicht geben würde“, so bringt Meurer sein Anliegen auf den Punkt. „Menschen, die vielleicht bisher nie gespendet haben, entdecken für sich so zum ersten Mal soziales Engagement.“

Zur Checkliste "Was bedeutet Social Business"?

Produkte mit sozialem Mehrwert

Die HelpCard ist die erste karitative Geschenkkarte auf dem deutschen Markt. Der Empfänger kann den Kartenwert auf www.helpdirect.org bei über 700 Organisationen als Spende einlösen

Das erste Produkt der HelpGroup ist die Adaption einer Geschenkkarte – die weltweit erste soziale Geschenkkarte im Scheckkartenformat zur Unterstützung von Hilfsprojekten. Nach nur einem halben Jahr gelangte die sogenannte HelpCard zur Marktreife und findet sich nun im Handel und online unter www.helpcard.de. Die Produkte der HelpGroup zielen auf den Alltag des Verbrauchers. „Wir präsentieren die Help-Produkte gezielt an Orten, an denen Verbraucher normalerweise nicht mit Spenden und Hilfsprojekten in Berührung kommen. Das können Supermärkte, Fachmärkte, Einzelhandelsgeschäfte aber auch Shoppingsites im Internet sein“, so Meurer.

Im Frühjahr 2010 ist das Reiseportal HelpReisen.de an den Start gegangen. Das Besondere daran: Mit einer Bestpreisgarantie werden dort die Sortimente bekannter Reiseanbieter angeboten, wobei mit der Buchung ein Help-Gutschein in Höhe von drei Prozent des Reisewertes ausgestellt wird. Wie bei der HelpCard kann der Gutscheinwert über das Spendenportal HelpDirect.org an beliebige Hilfsorganisationen und -projekte verteilt werden. Weitere Help-Produkte sind derzeit in der Entwicklung, wie der HelpCoupon für die Markenartikelindustrie oder HelpMoney, ein Sammelsystem für Wechselgeld.

Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch Organisationen innovative Fundraising-Instrumente an. Neben der Geschenkkarte ist das HelpCredit – eine soziale Kreditkarte. Nutzer einer solchen Karte haben die Möglichkeit, beim Vertragsabschluss festzulegen, welche Organisation ihrer Wahl durch die mit der Kreditkarte verdiente Provision unterstützt werden soll. Außerdem haben Organisationen die Möglichkeit, HelpCredit mit ihrem Logo zu versehen und diese dann im Umfeld ihrer Förderer und Spender zur Unterstützung des Vereins anzubieten. Diese Beipiele zeigen, dass mit herkömmlichen wirtschaftlichen Methoden das soziale Vermögen einer Gesellschaft gesteigert werden kann, wenn innovative Vermarktungskonzepte und auf den Dritten Sektor ausgerichteste Tätigkeitsfelder erschlossen werden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 02/2010

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