GmbH & Co. KG

Hier erfahren Sie alles über die Gründung einer GmbH & Co. KG


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Alles, was Sie über die Rechtsform der GmbH & Co. KG wissen müssen. Mit folgenden Abschnitten: Startkapital und Vermögen, Gewinne und Verluste, Haftung, Geschäftsführung, Gesellschaftsvertrag, Buchführungspflichten, Bezeichnung, Steuern, Gründung, Auflösung, Alternativen.

Was ist eine GmbH & Co. KG?

Bei der „Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft“ handelt es sich um eine Sonderform der KG (siehe Artikel zur KG), deren Komplementär eine GmbH ist. Damit ist der voll haftende Gesellschafter der GmbH & Co. KG eine beschränkt haftende Kapitalgesellschaft. Da die übrigen Gesellschafter der KG, die Kommanditisten, ohnehin nur beschränkt haften, entsteht eine insgesamt beschränkt haftende Personengesellschaft, in der keine natürliche Person die unbeschränkte Haftung übernimmt. Insofern stellt die GmbH & Co. KG eine Mischform zwischen Personen- und Kapitalgesellschaft dar.

Steckbrief zur GmbH & Co. KG

Rechtsformen-Typ: Personengesellschaft.

Geeignet für: Jede Art von Handelsgewerbe, bei dem das Haftungsrisiko beschränkt werden soll und Kapitalgeber als Kommanditisten ohne Mitspracherecht und mit beschränktem Haftungsrisiko aufgenommen werden sollen. Auch für Vermögensverwaltungen sowie für Familienunternehmen oder Nachfolgeregelungen.

Anzahl der Gesellschafter: Ab einer Person möglich, wenn diese zugleich Gesellschafter/Geschäftsführer der GmbH ist (Unternehmer) und Kommanditist (Kapitalgeber) der KG.

Gegenstand des Unternehmens: Betrieb eines Handelsgewerbes, nicht für Freiberufler sowie für wissenschaftliche oder künstlerische Zwecke, jedoch u.U. für Wirtschaftsprüfer und Steuerberater zulässig.

Sitz der GmbH: in D.

Haftung: Unbeschränkte Haftung des Komplementärs (GmbH) mit seinem gesamten Vermögen. Da die GmbH jedoch nur bis zur Stammeinlage haftet, ist die Haftung effektiv beschränkt. Der oder die Kommanditisten haften nur in Höhe ihrer Haftsumme. 

Stammkapital: Zur Errichtung der GmbH sind 25.000 Euro Stammkapital erforderlich. Für die Einlage der Komplementär-GmbH und für die Einlagen der Kommanditisten sind keine Mindestbeträge vorgeschrieben. 

Gesellschaftsvertrag/Satzung: Zwei Gesellschaftsverträge sind erforderlich: Der Gesellschaftsvertrag für die GmbH sowie der formfreie Gesellschaftsvertrag für die GmbH & Co. KG.

Gründungskosten: Für die GmbH ab ca. 500 Euro sowie für die GmbH & Co. KG ab ca. 240 Euro.

Eintrag ins Handelsregister: Ja, die GmbH in Abteilung B, die GmbH & Co. KG in Abteilung A.

Wichtigste Anmeldungen bei: Handelsregister, Gewerbeamt, Finanzamt, IHK bzw. HWK (jeweils für beide Unternehmen).

Publizitätspflicht: Die Jahresabschlüsse müssen veröffentlicht werden.

Kaufmannseigenschaft: Ja.

Buchführung: In beiden Unternehmen (GmbH und GmbH & Co. KG), sind jeweils doppelte Buchführung, Bilanzierung, Inventur erforderlich.

Rechtsfähigkeit: Ja, d.h. die GmbH & Co. KG kann eigenständig Rechte erwerben, klagen und verklagt werden.

Steuern: Bei der Komplementär-GmbH fällt Körperschaftssteuer an, bei den Kommanditisten Einkommensteuer, jeweils mit Solidaritätszuschlag. In der GmbH & Co. KG: Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, ggfls. Lohnsteuer. 

Geschäftsleitung: I.d.R. durch den Geschäftsführer der GmbH. Fremdorganschaft möglich, d.h. durch externe Fachleute als Geschäftsführer. Kommanditisten sind von der Geschäftsleitung ausgeschlossen. Prokura ist möglich.

Bezeichnung: Personenfirma, Sachfirma, Fantasiefirma, Mischfirma sind möglich mit Zusatz GmbH & Co. KG. 

Rechtsgrundlagen: §§161-177a HGB, §§110-122 HGB, GmbHG, GewO.


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Startkapital und Vermögen in der GmbH & Co. KG

Für die Gründung der GmbH ist ein Mindest-Stammkapital von 25.000 Euro erforderlich, das zur Hälfte eingezahlt werden muss. Mehr dazu im Artikel über die GmbH

Hingegen ist für die Gründung der GmbH & Co. KG kein bestimmtes Mindest-Startkapital vorgeschrieben. Wichtig ist, dass genügend Geld für den Aufbau des Unternehmens vorhanden ist, bis dieses eigene Erträge erwirtschaftet. Dieses Eigenkapital wird in der GmbH & Co. KG auch als Kommanditkapital bezeichnet. Es wird in der Regel auf einem Kapitalkonto I verbucht, die variablen Gewinne und Ausgaben auf einem Kapitalkonto II.

Typischerweise erbringt die Komplementär-GmbH keine Einlage, während die Kommanditisten Bareinlagen oder Sacheinlagen erbringen. Deren Höhe kann im Gesellschaftsvertrag beliebig festgesetzt werden (ab 1 Euro). Die ins Handelsregister einzutragenden Haftsummen der Kommanditisten können diesen Kapitaleinlagen entsprechen, können aber auch von diesen abweichen.

Für das Gesellschaftsvermögen der GmbH & Co. KG gilt das Prinzip der Gesamthandschaft. D.h., das Vermögen steht ihren Gesellschaftern nur gemeinschaftlich zu, es kann nur gemeinsam über das Vermögen bestimmt werden. 

Gewinne und Verluste in der GmbH & Co. KG

Wie bei der KG werden die Gewinne und Verluste in der GmbH & Co. KG entweder entsprechend den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (§§ 167 HGB) oder entsprechend einem individuellen Gesellschaftsvertrag bestimmt.

Laut HGB beträgt der jährliche Gewinnanteil bei der GmbH & Co. KG für alle Gesellschafter 4 Prozent ihrer Einlage, egal ob Komplementär oder Kommanditist. Wird ein höherer Gewinn erzielt, soll dieser nach § 168 HGB „in angemessenem Verhältnis“ verteilt werden.

In einem Gesellschaftsvertrag sind abweichende Regelungen möglich. Möglich ist auch der völlige Ausschluss der GmbH von Gewinnausschüttungen, was zu höheren Gewinnen auf Seiten der Kommanditisten führt und u.U. aus steuerlichen Erwägungen vorzuziehen ist.

Für die Komplementär-GmbH kann eine vom Gewinn unabhängige Vergütung vereinbart werden, die diese für ihre geschäftsführende Tätigkeit erhält. 

Haftung in der GmbH & Co. KG

Einer der wesentlichen Gründe für die Errichtung einer GmbH & Co. KG besteht in der Begrenzung der Haftung. Hierzu gelten die Vorschriften des HGB betr. die Kommanditgesellschaft. Danach muss in der Haftungsfrage zwischen den beiden Gesellschaftertypen der KG unterschieden werden.

Der Komplementär der KG haftet immer unmittelbar, direkt, unbeschränkt, persönlich und gesamtschuldnerisch/solidarisch mit seinem gesamten Vermögen, genau wie der Gesellschafter einer OHG. Da der Komplementär im Fall der GmbH & Co. KG keine natürliche Person ist, sondern vielmehr eine haftungsbeschränkte Kapitalgesellschaft, haftet nur die GmbH uneingeschränkt. Da deren Haftung jedoch auf deren Stammeinlage begrenzt ist, ist die Haftung in der GmbH & Co. KG insgesamt beschränkt.

Denn auch die Kommanditisten haften nur in der Höhe ihrer ins Handelsregister eingetragenen Haftsumme, auch als Kommanditeinlage oder bedungene Einlage bezeichnet. Drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit deren Haftungsbeschränkung wirksam wird: Die im Gesellschaftsvertrag vereinbarte Haftsumme (bzw. Kommanditeinlage) muss vollständig eingezahlt sein. Die Haftsumme muss im Handelsregister eingetragen sein. Und sie muss der GmbH & Co. KG vollständig zur Verfügung stehen, darf also nicht an den Kommanditisten zurückerstattet werden. Im Gesellschaftsvertrag kann aber eine von der Haftsumme abweichende Pflichteinlage des Kommanditisten vereinbart werden.

Hinweis: Da die Haftung bei der GmbH & Co. KG effektiv beschränkt ist und keine natürliche Person als Vollhafter existiert, verlangen Geldgeber in der Regel die Übernahme der persönlichen Haftung bzw. private Sicherheiten durch die Gesellschafter. Dies hebelt die Haftungsbeschränkung in vielen Fällen wieder aus.

Die Geschäftsführung in der GmbH & Co. KG

Unabhängig von der Größe und dem Anteil seiner Hafteinlage ist der Komplementär – also die GmbH - zur alleinigen Führung der Geschäfte der GmbH & Co. KG berechtigt und verpflichtet. Da eine juristische Person die Geschäfte nicht führen kann, ist der Geschäftsführer der GmbH zugleich der Geschäftsführer der GmbH & Co. KG. Damit wird eine sog. Fremdorganschaft möglich, d.h. es kann auch ein nicht haftender Geschäftsführer bestellt werden, der nicht selbst Gesellschafter ist. Die Bestellung externer Fachleute als Geschäftsführer ist in anderen Personengesellschaften wie GbR, OHG, KG nicht möglich, für sie gilt der Grundsatz der Selbstorganschaft. Dieser besagt, dass nur ein vollhaftender Gesellschafter die Geschäfte führen darf.

Normalerweise sind bei der KG Kommanditisten von der Geschäftsführung ausgeschlossen. Sie können nur bei außergewöhnlichen Geschäften widersprechen (§ 164 HGB). Dazu gehören z.B. Immobiliengeschäfte oder Aufnahme erheblicher Kredite. Im Gesellschaftsvertrag lässt sich die Größenordnung von Geschäften, ab der die Zustimmung der Gesellschafterversammlung erforderlich ist, festlegen. In der GmbH & Co. KG ist jedoch oft einer der Kommanditisten zugleich Gesellschafter/Geschäftsführer der Komplementär-GmbH. In einer derartigen sog. personengleichen GmbH & Co. KG können also Vertretungsmacht und Kapitalanteile sehr stark in einer Person konzentriert werden.

Hinweis: Falls nur ein Komplementär allein die Geschäftsleitung innehat, sollte der Gesellschaftsvertrag seine Befreiung von den Beschränkungen des § 181 BGB enthalten. Diese regelt den Selbstkontrahierungszwang, der sog. Insichgeschäfte (also Geschäfte, die man mit sich selbst abschließt) ausschließt.

Bei mehreren Komplementären besteht Einzelvertretung, d.h. die Geschäftsführer können jeweils allein Entscheidungen treffen. Auch falls dies im Gesellschaftsvertrag anders geregelt sein sollte (z.B. Gesamtvertretung), sind die durch die Komplementäre abgeschlossenen Verträge für die KG rechtlich bindend.

In jedem Fall haben die Kommanditisten Kontrollrechte, d.h. sie können Einsicht in den Jahresabschluss und die Bücher der GmbH & Co. KG nehmen (§ 166 HGB).

Die Einrichtung einer Prokura, also die teilweise Übertragung der Geschäftsleitung an einen bevollmächtigten Nicht-Gesellschafter, ist in der GmbH & Co. KG möglich. Die Prokura muss im Handelsregister eingetragen werden. 

Gesellschaftsvertrag in der GmbH & Co. KG

Die schriftliche Abfassung eines Gesellschaftsvertrages ist nicht verpflichtend, wird aber zur Vermeidung von Auseinandersetzungen dringend empfohlen. Vor allem folgende Punkte sollten enthalten sein:

  • Namen und Adressen der Gesellschafter
  • Zweck der GmbH & Co. KG
  • Sitz der GmbH & Co. KG
  • Ggfls. Befristung der Gesellschaft
  • Namen und Typen (Komplementär, Kommanditist) der Gesellschafter
  • Einlagen der Gesellschafter
  • Haftsummen der Kommanditisten
  • Geschäftsführung inkl. Befreiung § 181 BGB 
  • Gesellschaftsversammlung, Stimmrechte, Vetorechte der Gesellschafter
  • Regelungen zum Wettbewerbsverbot der Gesellschafter
  • Verteilung von Gewinn und Verlust
  • Regelungen nach dem Ausscheiden eines Gesellschafters über den Fortbestand der Gesellschaft
  • Abfindungsregelung für ausscheidende Gesellschafter
  • Auflösung der GmbH & Co. KG

Buchführungspflichten in der GmbH & Co. KG

Da die GmbH & Co. KG dem Handelsrecht unterliegt, ist sie zur ordnungsgemäßen Buchhaltung und Bilanzierung verpflichtet. D.h., sie muss eine doppelte Buchführung und einen Jahresabschluss anfertigen und ihre Bücher mindestens 10 Jahre aufbewahren. Ferner muss sie regelmäßig eine Inventur machen.

Die gleichen Pflichten trifft auch die Komplementär-GmbH.

Außerdem muss auch die GmbH & Co. KG – anders als die KG – ihre Jahresabschlüsse im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichen, da sie keine natürlichen Personen als vollhaftende Gesellschafter hat. Für die GmbH & Co. KG besteht also Publizitätspflicht.

Da für zwei Unternehmen Bücher geführt werden müssen, sind Kosten und Aufwand bei einer GmbH & Co. KG höher als bei anderen Rechtsformen. Wenn die Komplementär-GmbH allerdings keine weiteren Geschäfte macht, beschränkt sich der Buchhaltungsaufwand auf wenige Buchungen pro Jahr, und zwar für ihre Vergütung durch die KG sowie Beiträge zur IHK, so dass der Mehraufwand insgesamt überschaubar bleiben kann.

Die Bezeichnung der GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist berechtigt eine Firma zu führen und ist folglich in der Bezeichnung des Firmennamens weitgehend frei. Möglich sind alle Formen wie Personenfirma, Sachfirma, Fantasiefirma, Mischfirma, jeweils zwingend mit Zusatz GmbH & Co. KG.

Bei der Wahl des Firmennamens ist zu beachten, dass keine Rechte Dritter verletzt werden. Insbesondere muss sich die Bezeichnung von der Firma der Komplementär-GmbH deutlich absetzen, da es sonst zu Verwechslungen beider Unternehmen kommen kann. Die Ergänzung nur durch den Rechtsformzusatz „& Co. KG“ ist als Unterscheidungsmerkmal nicht ausreichend.

Beispiel: Eine Komplementär-GmbH firmiert als „Motorrad Müller GmbH“. Die GmbH & Co. KG darf nun nicht als „Motorrad Müller GmbH & Co. KG“ firmieren. Hingegen wäre „Momü GmbH & Co. KG“ sehr wohl zulässig.

Firmenname

Firmenname


Steuern in der GmbH & Co. KG

Grundsätzlich sind beide Unternehmen – also die GmbH & Co. KG und die Komplementär–GmbH – separat steuerpflichtig.

Die GmbH & Co. KG muss Gewerbesteuer, ggfls. Lohnsteuer und Umsatzsteuer an das Finanzamt entrichten. Da es sich um eine Personengesellschaft handelt, wird die Einkommensteuer auf den Gewinn der Kommanditisten berechnet und muss von diesen direkt bezahlt werden, entsteht also nicht auf Gesellschaftsebene.

Falls Verluste anfallen, können die Kommanditisten diese mit anderen positiven Einkünften steuerlich verrechnen, allerdings nur bis zur Höhe ihres Kapitalanteils (§ 15a EStG).

Bei der Gewerbesteuer gilt ein Freibetrag bis 24.500 Euro. Bei einem kleineren Gewerbeertrag fällt in der GmbH & Co. KG demnach keine Gewerbesteuer an. Der evtl. darüber hinausgehende Gewerbeertrag wird mit der Steuermesszahl von 3,5 Prozent sowie dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde versteuert. Die von der GmbH & Co. KG entrichtete Gewerbesteuer wird wiederum mit der Einkommensteuer (bzw. Körperschaftssteuer) des oder der Komplementäre verrechnet (Faktor 3,8 des Gewerbesteuermessbetrags), so dass sich aus der Gewerbesteuer i.d.R. erst ab einem Hebesatz der Gemeinde von 400 Prozent oder mehr eine Mehrbelastung ergibt.

Falls Gewinne in der Komplementär-GmbH anfallen, muss diese hierauf wie jede andere GmbH Körperschaftssteuer entrichten. Auch fällt in diesem Fall Gewerbesteuer an. Da der Kapitalanteil der Komplementär-GmbH auch Null betragen kann, lässt sich die Höhe der Gewinne in der GmbH und damit die Steuerbelastung problemlos kontrollieren. Mehr zur Besteuerung der GmbH im Artikel zur Rechtsform GmbH.

Gründung der GmbH & Co. KG

Grundsätzlich handelt es sich um die Gründung von zwei Firmen, einer Komplementär-GmbH und der GmbH & Co. KG.

Da bei der Gründung einer GmbH & Co. KG ein Gesellschaftsvertrag zwischen Kommanditisten und einem Komplementär geschlossen werden muss, muss der Komplementär zwingend bereits vorhanden sein. Das bedeutet: die Komplementär-GmbH muss vorab existieren. Entweder wird hierfür eine bereits bestehende GmbH eingesetzt, die zur GmbH & Co. KG umkonstruiert wird, oder diese GmbH wird eigens zu diesem Zweck gegründet. 

Notwendig sind folglich zwei Gesellschaftsverträge, einer für die GmbH und ein zweiter für die GmbH & Co. KG. Welche Schritte für die Errichtung einer GmbH erforderlich sind, lesen Sie im Artikel zur GmbH-Gründung. Der GmbH-Vertrag muss notariell beurkundet werden. Hingegen kann die GmbH & Co. KG formfrei gegründet werden, d.h. im Prinzip ohne schriftlichen Vertrag, doch ist ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag in jedem Fall zu empfehlen.

Nach Abschluss des Gesellschaftervertrages ist die GmbH & Co. KG gegründet und muss anschließend umgehend ins Handelsregister eingetragen werden, wie schon zuvor die GmbH. Damit ist die Gesellschaft auch im handelsrechtlichen Sinn formell gegründet. Die Eintragung ins Handelsregister muss durch einen Notar erfolgen. Dieser beglaubigt den Antrag der Gründer und reicht ihn beim Amtsgericht ein.

Nach der erledigten Eintragung ins Handelsregister haben die Gründer einen wichtigen Teil ihrer GmbH & Co. KG-Gründung bereits erledigt. Die noch verbleibenden weiteren Gründungsschritte sind:

  • Gewerbeanmeldung
  • Anmeldung Finanzamt
  • Anmeldung IHK oder HWK
  • Anmeldung Arbeitsagentur (falls Angestellte beschäftigt werden sollen)

Die Gewerbeanmeldung muss je nach Gemeinde persönlich oder per Post erledigt werden, die Kosten liegen bei etwa 30 Euro. Das Finanzamt sendet darauf einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den die Gründer ausfüllen müssen.

Falls die Gesellschaft Arbeitnehmer beschäftigt, muss beim Arbeitsamt eine Betriebsnummer beantragt werden. Notwendig sind noch die Anmeldungen bei der Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer sowie bei der Berufsgenossenschaft. Zwar versendet das Gewerbeamt Mitteilungen an diese Institutionen, doch sollten die Gründer ihre GmbH & Co. KG hier besser selbst innerhalb einer Woche nach Aufnahme der Tätigkeit anmelden.

Gründe für die Umwandlung einer KG

In vielen Fällen, besonders bei Familienunternehmen, wird eine bestehende KG in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. Der Unternehmer ist jetzt nicht mehr eine natürliche Person, sondern eine Kapitalgesellschaft. Damit wird der Fortbestand des Unternehmens gesichert, denn die Komplementär-GmbH ist quasi „unsterblich“. 

Die Auflösung der GmbH & Co. KG

Die Auflösung bzw. Liquidation einer GmbH & Co. KG kann im Gesellschaftsvertrag geregelt werden. Es gelten hierzu die Vorschriften zur KG bzw. zur GmbH.

Alternativen zur Gründung der GmbH & Co. KG

Möglich ist auch die Gründung einer UG haftungsbeschränkt & Co. KG, die analog zur GmbH & Co. KG aufgebaut wird. Bei dieser Variante gelten die Vorschriften zur Gründung einer UG haftungsbeschränkt statt einer GmbH als Komplementärin. Demnach kann hier die Komplementärin mit einem Stammkapital ab 1 Euro gegründet werden.

Je nach steuerlichen und haftungsrechtlichen Erwägungen kann alternativ die Gründung einer Kapitalgesellschaft erwogen werden, also etwa einer GmbH oder einer AG.