Volltreffer nach Plan

Unternehmenssteuerung per Businessplan

Autor: Alexander Becker, Dr. Benedikte Hatz

Kein Gründer kommt ohne ihn aus: den Businessplan. Er ist das wichtigste Instrument beim Aufbau und zur Steuerung Ihres Unternehmens. Hier lesen Sie, was Sie über die Erstellung eines guten Businessplans wissen müssen – von A wie Aufbau bis Z wie Ziele.

Sie haben es geschafft: Eine Idee, die Sie schon seit langem nicht mehr loslässt, haben Sie in Gedanken, vielleicht auch schon im Gespräch mit Freunden, zu einer wirklich vielversprechenden Geschäftsidee entwickelt. Nach Überlegen, Taxieren und Abwägen sind Sie zu dem Schluss gekommen: „Aus diesem Einfall wird einmal etwas ganz Großes!“ Damit dieser Traum auch Wirklichkeit wird, sollten Sie jetzt unbedingt einen kühlen Kopf bewahren und in aller Ruhe jeden weiteren Schritt planen.

Das ideale Mittel: der Businessplan. Er ist die Visitenkarte Ihres Unternehmenskonzepts und hilft Ihnen dabei, Ihre Gedanken zu strukturieren und einen stimmigen Plan für Ihre Zukunft auszuarbeiten. Denn während des Schreibens setzen Sie sich automatisch mit allen wichtigen Elementen Ihres Geschäftsmodells auseinander: von potenziellen Zielkunden, Märkten und Wettbewerbern, über Marketing und Vertrieb bis hin zur Finanzplanung und der Finanzierung. Wer einen Businessplan verfasst, ist gezwungen, systematisch zu denken und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Und das ist nicht nur für Neugründer, sondern auch für bereits bestehende Firmen enorm wichtig. Denn so werden schwierige Entscheidungen rechtzeitig gefällt, dabei mögliche Fehler aufgedeckt und fundierte Prognosen erstellt. Somit kann man das weitere Vorgehen kontrollieren und überwachen und den Businessplan auch nach der Planungsphase als Anhaltspunkt und Wegweiser zur Steuerung nutzen. Wer sich so einen detaillierten Leitfaden für sein eigenes Unternehmen ausarbeitet, bemerkt mögliche Stolpersteine und Probleme schon, bevor sie akut werden. So kann man sich besser organisieren und strategisch an die Unternehmenszukunft herangehen.

Zudem ist ein Businessplan in der Regel ein Muss bei der Kapitalsuche, denn durch ihn können sich auch Außenstehende von der Solidität und den Gewinnaussichten der Unternehmung überzeugen. Egal woher das Kapital kommen soll, in jedem Fall ist ein Businessplan erforderlich, denn nur wer ein gut durchdachtes Geschäftskonzept vorlegt, wird Geldgeber, ganz gleich aus welcher Quelle, zu einer Unterstützung bewegen können.

Ein Geschäftsplan ist also das A und O jeder ordentlich geplanten Gründung – egal ob im Bereich Mode, Maschinenbau oder Medizin, egal ob Ein-Mann-Unternehmen oder Hightech-Gründung, egal ob Dienstleistung oder Produkt, egal ob Erstgründer oder erfahrener Geschäftsmann. Aber wie erstellt man einen guten Businessplan? Und was muss er beinhalten? Was muss ich überhaupt beachten, um andere von der Qualität meiner Geschäftsidee zu überzeugen?

Worin besteht der Wert des Businessplans?

  • Der Businessplan ermöglicht die fundierte Gründungsvorbereitung und Planung, die konsequente und flexible Umsetzung sowie die Sicherung der benötigten Finanzmittel.
  • Der Businessplan hilft Ihnen dabei, Ihre Unternehmung zu organisieren, Ihre Umsetzung zu kontrollieren und mögliche Hindernisse rechtzeitig zu erkennen. Er bringt Struktur und System in Ihr Projekt und unterstützt bei der Realisierung.
  • Der Businessplan ist das Aushängeschild Ihres Unternehmens. Mit ihm akquirieren Sie Partner und gewinnen Kapitalgeber.

Bevor Sie starten

Vorab sollten Sie unbedingt bedenken: Nur wenn dem Leser eindeutig klar wird, worum es bei Ihrer Geschäftsidee geht und wie Sie diese erfolgreich umsetzen möchten, können Sie ihn für sich gewinnen. In einem Businessplan müssen deshalb unbedingt drei Kernfragen geklärt und im Laufe des Dokuments eindeutig beantwortet werden: Was ist der Inhalt des Geschäfts? Wie ist das Geschäft im Markt und gegenüber Wettbewerbern positioniert? Und wie erfolgt die praktische Umsetzung?

Behalten Sie stets im Hinterkopf, dass der Businessplan Ihr Unternehmen optimal vorstellen und präsentieren soll. Deshalb müssen Fakten sorgfältig recherchiert und alle Chancen und Risiken nachvollziehbar eingeschätzt werden. Und das alles natürlich in einer sauberen Verpackung. Dazu gehört ein ansprechendes Deckblatt ebenso wie ein ordentliches Inhaltsverzeichnis.

Achten Sie auf Einheitlichkeit, sinnvolle Absätze und das Einfügen von Seitenzahlen, aber auch auf anschauliche Tabellen sowie einen logischen und verständlichen Schreibstil. Fachwörter sollten sparsam verwendet und gegebenenfalls erklärt werden, schließlich will sich der Leser einen schnellen Überblick verschaffen und auch Laien sollten Ihren Text verstehen können. Auch wenn man bei der Beschreibung seiner Idee schnell ins Schwärmen gerät, ist eine sachliche und neutrale Schreibweise weitaus empfehlenswerter. Geben Sie Schwächen ruhig zu, bieten Sie aber immer gleichzeitig Lösungsansätze an. Und besorgen Sie sich unbedingt jemanden, der Ihr Werk Korrektur liest – im Idealfall sowohl einen Fachmann als auch einen komplett Außenstehenden, da beide Seiten wertvolle Hinweise für den Feinschliff Ihres Planes liefern können.