Wichtige Förderprogramme für Gründer und junge Start-ups

Diese Fördermittel und Förderprogramme können Sie als Startkapital nutzen

Autor: Darius Moeini

Nachdem Idee und Businessplan stehen, geht es für die meisten Start-ups vor allem erst einmal um eines: Kapital beschaffen. Hier kommen u.a. die vielfältigen Förderprogramme und Fördermittel ins Spiel. Denn nur jeder zehnte Gründer kommt ganz ohne externe Mittel aus (KfW Gründungsmonitor 2014), über die Hälfte der Start-ups gibt sogar an, dass ihr Kapitalbedarf zur Gründung 50.000 Euro oder mehr beträgt (Deutscher Startup Monitor 2013).

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Venture-Capital- und Angel-Investments sind eine wichtige Kapitalquelle für junge Unternehmen und absolut wichtig für das Wachstum der Branche. Leider sind viele Gründer allerdings noch immer vom VC-Hype geblendet und beziehen alternative und klassische Wege an Startkapital zu kommen gar nicht erst ein. Hier finden Sie wichtige Förderprogramme, um jenseits von CVs an Startkapital zu kommen:

Wichtige Förderprogramme für Gründer:

Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit: Wer vor der Gründung arbeitslos war, sollte sich um einen Startzuschuss für den Schritt in die Selbstständigkeit bewerben. Wenn dem Antrag stattgegeben wird, erhalten Gründer sechs Monate einen Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes sowie zusätzlich 300 Euro monatlich zur sozialen Absicherung.

ERP-Gründerkredit – StartGeld: Ebenfalls als Starthilfe, jedoch nicht nur für einzelne Existenzgründer, sondern auch kleine Unternehmen bis zu drei Jahre nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit, fungiert das Startgeld der KfW. Das Darlehen kann bis zu 100% des Gesamtfremdfinanzierungsbedarfs decken und ermöglicht einen leichten Zugang aufgrund der 80%-igen Freistellung der Hausbank vom Haftungsrisiko.

ERP-Gründerkredit – Universell: Für Vorhaben mit einem Fremdfinanzierungsbedarf von mehr als 100.000 Euro bis zu einem Höchstsatz von 10 Millionen Euro steht Gründern der ERP Gründerkredit Universell zur Verfügung. Das Darlehen deckt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten bzw. Betriebsmittel.

EXIST-Gründerstipendium: Wer sein Unternehmen aus der Hochschule oder einer Forschungseinrichtung heraus auf die Beine stellt, kann sich für das EXIST-Gründerstipendium des BMWi bewerben. Die Förderung geschieht in Form eines Zuschusses und kann bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben betragen.

Förderung unternehmerischen Know-hows: Mit Beginn des Jahres 2016 werden die bisherigen Beratungsprogramme "Gründercoaching Deutschland", "Runder Tisch" und "Turn-Around-Beratung", die bisher von der KfW angeboten und umgesetzt wurden, mit dem BAFA-Beratungsprogramm "Förderung unternehmerischen Know-hows durch Unternehmensberatung" zu einem einheitlichen Beratungsprogramm des Bundes zusammengefasst.

Förderfähig sind: 

  • junge Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind (Jungunternehmen)
  • Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung (Bestandsunternehmern)
  • Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden - unabhängig vom Unternehmensalter (Unternehmen in Schwierigkeiten)

ERP-Beteiligungsprogramm: Wenn es darum geht die Eigenkapitalbasis zu erweitern oder Finanzverhältnisse zu konsolidieren, bietet sich das ERP-Beteiligungsprogramm der KfW an. Die Beteiligungen können bis zu 1,25 Millionen Euro betragen, in Ausnahmefällen sogar bis zu 2,5 Millionen Euro.

ERP-Innovationsprogramm: Zur Förderung der Forschung und Entwicklung von Vorhaben, die schon mindestens zwei Jahre am Markt aktiv sind, tritt das Innovationsprogramm der KfW ein. Als integriertes Finanzierungspaket besteht es aus einem klassischen Darlehen und einem Nachrangdarlehen und deckt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten ab.

Auch für Nischenbereiche gibt es eine Vielzahl an Förderprogrammen, so zum Beispiel die BMBF Nanotechnologie-Förderung Nanochance des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Hier lohnt sich die Recherche also ebenfalls!

Alternativ zu den genannten Förderprogrammen und vielen weiteren regional angebotenen Fördermitteln können auch Bankkredite eine Finanzierungsoption sein. In jedem Fall sollten alle Gründer damit beginnen auch nach Finanzierungsmöglichkeiten abseits des VC-Hypes zu suchen. Die Möglichkeiten sind vielfältig! Im Fokus sollte das Produkt stehen. Bringt man etwas Cooles auf die Straße, kommt die Aufmerksamkeit der großen Investoren im besten Fall von selbst.

Der Autor, Darius Moeini, ist Mitgründer der Startup-Beratungsfirma Berlin Startup Consulting und ist u.a. auf die Beschaffung geeigneter Fördermittel für junge Unternehmen spezialisiert.

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